Thrombose! Gefahr bei langen Flügen?
Spätestens seit dem Tod einer Engländerin an den Folgen einer Thrombose nach einem Flug von Sydney nach London ist die Diskussion um den Thrombose-Tod auf Langstreckenflügen und das Platzangebot in Flugzeugen entbrannt und wird in den Medien ausführlich erörtert.
Schnell hat sich ein Name für die drohende Gefahr gefunden: TOURISTENKLASSE-SYNDROM, international economy-class-syndrom genannt.
Hier nun einige Informationen darüber, was sich in dem 81 cm breiten Raum abspielen kann, der z.B. bei der Lufthansa zwei hintereinander gestellte Sitzreihen voneinander trennt:
Bildet sich ein kleines Blutgerinsel z.B. in den Beinvenen, so spricht man von einer Thrombose. Löst sich ein solcher Blutpfropf aus den Beinen und gelangt über den Blutkreislauf in die Lungen, so kann er dort die gefürchtete Lungenembolie auslösen und zum plötzlichen Tod führen.
Das Thromboserisiko wird bei Langstreckenflügen insbesondere durch 3 Faktoren erhöht:
- Langes und beengtes Sitzen (Sardinensituation) in der Economy-Klasse mit Verlangsamung des Blutflußes bei abgeknickten Venen in der Leiste und Kniekehle.
- Niedrige Luftfeuchtigkeit im Flugzeug führt zum Austrocknen des Körpers mit Eindickung des Blutes.
- Erniedrigter Luftdruck in der Flugkabine führt zur Ausdehnung der Venen mit Verlangsamung des Blutflußes und damit erhöhter Gefahr der Blutgerinnsel-Bildung.
Bestimmte Menschengruppen haben ein erhöhtes Thromboserisiko:
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Passagiere in höherem Lebensalter |
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Übergewichtige |
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Schwangere |
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Raucher |
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Frauen, die die Pille nehmen |
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Menschen kurz nach einer Operation |
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Personen mit Krampfadern oder nach abgelaufenen Thrombosen |
Die Thrombosegefahr läßt sich allerdings durch überlegtes und richtiges Verhalten deutlich reduzieren:
- Die beste Prophylaxe ist Bewegung. Mindestens einmal pro Stunde aufstehen und sich
die Beine vertreten. Gymnastikübungen im Sitzen mit Fußkreiseln und isometrischen Übungen halten den Blutfluß in den Beinen in Gang.
- Sehr wichtig ist auch die ausreichende Flüssigkeitszufuhr (allein auf einem Flug von
Frankfurt nach New York verliert der Körper aus den oben genannten Gründen ca. 1 Liter Flüssigkeit). Am besten geeignet sind Mineralwasser und Fruchtsäfte. Alkohol und Kaffee unbedingt vermeiden, da sie den Körper zusätzlich austrocknen.
- Tragen von Kompressionsstrümpfen während des Fluges und noch ein bis zwei Tage
danach.
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Bei hohem Thromboserisiko ( z.B. Thrombosen in der Vorgeschichte, Gipsverbände an den Beinen, massive Krampfadern ), ist eine prophylaktische Behandlung mit Injektion blutverdünnender Medikamente unter die Haut sinnvoll und erforderlich. Diese Medikamente liegen auch als Fertigspritzen vor und können nach vorheriger Unterweisung durch den Hausarzt selbst unmittelbar vor dem Hin- und Rückflug injeziert werden ( ähnlich wie Insulinspritzen beim Diabetiker ). Dieses praktische Vorgehen sollte aber rechtzeitig vor Reiseantritt mit dem Hausarzt besprochen und ggf. geübt werden.
Wenn Sie die geannten Vorsichtsmaßnahmen beachten, sollten Sie keinen Grund zur Sorge bei einer anstehenden Flugreise haben.
Das MQW wünscht Ihnen eine guten Flug, eine wunderschönen Urlaub und eine gesunde Rückkehr.
Medizinisches Qualitätsnetz Westküste
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