Malariaprophylaxe

Tod durch Malaria nach Urlaub aus der Dominikanischen Republik

Solche und ähnliche Überschriften verunsicherten in der letzten Zeit Zeitungsleser, die ihren langersehnten Urlaub in der Dominikanischen Republik, aber auch in Ost-Afrika (z. B. Kenia) oder in Fernost planten. Was steckt tatsächlich dahinter?

Mit der Zunahme des Flugreiseverkehrs und insbesondere der attraktiven Last-minute-Angebote gewinnt das Thema "Malaria" in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. Zunehmend erkranken Jahr für Jahr Urlauber bereits in den Reiseländern oder nach ihrer Rückkehr. Allein in Deutschland werden pro Jahr ca. 900 Malariafälle gemeldet, die zum Teil leider tödlich ausgehen.
Die allermeisten dieser Todesfälle könnten durch eine umfassende und richtige Vorbeugung vermieden werden.

Malaria wird hervorgerufen durch tierische Parasiten (sog. Plasmodien), die durch die Stechmücke Anopheles übertragen werden. Hohe Fieberschübe, die sich jeden 2. bis 4. Tag wiederholen, und Schüttelfröste kennzeichnen diese Erkrankung. Aber auch Brechdurchfall und Sehstörungen können neben dem Fieber im Vordergrund stehen. Komplikationen in Form von Gefäßververschlüssen durch Gerinnsel in verschiedenen Organen (u. a. Hirn, Nieren, Herz) können zum Tode führen.

Hiergegen kann man sich weitestgehend schützen:
Fragen Sie Ihren Hausarzt möglichst rechtzeitig (d. h. ca. 2 Monate) vor Ihrem Abflug, ob an Ihrem Urlaubsziel ein Malariarisiko besteht (Sie können sich dann auch gleichzeitig nach Reiseimpfungen erkundigen und evtl. notwendige Auffrischungen planen.).

Ist dies der Fall, wird Ihnen Ihr Hausarzt bestimmte Medikamente zur Vorbeugung (sog. Chemoprophylaxe) gegen Malaria empfehlen, die in der Regel gut verträglich sind. Dabei wird er Sie auch nach bestimmten Vorerkrankungen (z. B. Herz- und Blutdruckkrankheiten, psychische Störungen) und geplanten Urlaubsaktivitäten (z. B. Tauchkurs) fragen, da sich auch hiernach die Auswahl der Medikamente richtet. In manchen Urlaubsgebieten können die Malariaerreger durch die herkömmlichen Medikamente nicht mehr beeinflußt werden (sog. Resistenzentwicklung), aber auch in diesem Fall gibt es neu entwickelte wirksame Präparate. Gelegentlich ändert sich auch das Malariarisiko in einzelnen Ländern. So sind an der Südostküste der Dominikanischen Republik - besonders in Punta Cana - im vergangenen Jahr (1999) mehrere Dutzend Europäer erkrankt.

Ihr Hausarzt ist hierüber informiert und berät Sie gern. Übrigens: eine Impfung gegen Malaria gibt es noch nicht.

Ganz besonders wichtig ist es, daß Sie mit der Tabletteneinnahme rechtzeitig vor dem Abflug beginnen und sie auch nach der Rückkehr nach Deutschland für mehrere Wochen noch fortsetzen.!

Aber auch bei Last-minute-Reisen ist eine effektive Malaria-Prophylaxe kurzfristig noch möglich.

Wer in ein Malaria-Risikogebiet fliegt, braucht neben einer Malariaprophylaxe generell auch einen guten Mückenschutz. Da die Stechmücken überwiegend abends und nachts Blut saugen, ergeben sich folgende Empfehlungen:
  • Nach Einbruch der Dämmerung weitgehend körperbedeckende Kleidung tragen.
  • Anwendung von Insektenabwehrmitteln (z. B. Autan®) auf unbedeckte Hautpartien.
  • Freihalten der Schlafräume von Stechmücken (z. B. durch Aussprayen mit einem Insektizid, Verkleiden der Fenster mit Gaze), ggf. Schlafen unter einem Moskitonetz.
Auch bei Schwangeren und Kindern ist eine Malariaprophylaxe dringend notwendig und auch machbar. Über spezielle Präparate und deren Dosierung informiert Sie Ihr Hausarzt. Sollten Sie nach der Rückkehr aus dem Urlaub erkranken (insbesondere mit Fieber), sollten Sie einen Arzt aufsuchen und auf jeden Fall auf den Auslandsaufenthalt hinweisen.

Sicherlich wissen Sie, daß Reiseimpfungen, Antimalariamittel und Impfberatungen keine Versicherungsleistungen Ihrer Krankenkasse sind und deshalb privat bezahlt werden müssen. Dieser, im Vergleich zu den Reisekosten, kleine Betrag sollte Ihnen oder Ihrer Gesundheit wert sein!

Das MQW wünscht Ihnen einen wunderschönen Urlaub und eine gesunde Rückkehr.


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