Allgemeines
Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen, und etwa zehn Prozent aller Kinder hier in Deutschland sind davon betroffen. So ist es naheliegend, dass die Asthmatherapie ein Schwerpunkt in unserer Praxis darstellt.
Unser Krankheitsverständnis von Asthma hat sich in den letzten zehn bis 20 Jahren verändert: Den chronischen Entzündungen der Atemwege wird eine zentrale Bedeutung in der Verursachung der Erkrankung beigemessen, sodass jetzt auch weniger die Akuttherapie des Asthmaanfalls, sondern dessen Prävention im Mittelpunkt unseres Interesses stehen. Dieser präventive Ansatz erfordert eine gute Mitarbeit des Patienten beziehungsweise seiner Eltern, das heißt, die Patienten müssen eine umfassende Information über ihre chronische Erkrankung bekommen und lernen.
Er erfordert aber auch ein ausgearbeitetes Schulungskonzept. Dieses wurde vor gut zehn Jahren erarbeitet, und die Erfolge sind gut dokumentiert. Patientenschulung ist daher heute ein wesentlicher Bestandteil des Asthmamanagements. Die Ziele sind:
1. Größeres Wissen über die Krankheit Asthma
2. Erlernen von Notfallvermeidungsmaßnahmen
3. Größere Selbstständigkeit im Umgang mit der Erkrankung
4. Unterstützung bei der psychischen Krankheitsbewältigung individuell/Familie
5. Teilnahme am Sport
6. Weniger Fehlzeiten in der Schule
7. Krankenhausvermeidung.
Konzept: eine familienorientierte Schulung!
1. Team:
- Kinderarzt/ärztin: Frau Angela Waskow, Dr. Bernd Grunwald, Olaf Opitz
- Kinderkrankenschwester: Frau Angelika Orlainsky-Mummert
- Psychologische Beraterin: Frau Ute Fröhlich
- Sportphysiotherapeutin: Frau Daniela Liebig
2. Gruppengröße:
Eine Schulungsgruppe besteht entweder aus sechs bis sieben Vorschulkindern, Sieben- bis Zwölfjährigen oder aus Jugendlichen mit ihren Bezugspersonen (möglichst beiden Elternteilen, gegebenenfalls Großeltern, Geschwistern oder anderen Bezugspersonen)
3. Schulungsdauer: ungefähr 18 Stunden, aufgeteilt in Blöcke mit drei bis fünf Stunden an drei Freitagnachmittagen und einem Sonnabend. Die Schulungsstunden finden zum Teil getrennt (Kinder und Angehörige), zum Teil gemeinsam statt.
4. Inhalt der Schulung:
Was ist Asthma?
Ursachen und Auslöser
Medikamente und Notfallplan
Psychosoziale Situation (Familie, Schule usw.), Krankheitsbewältigung
Asthmasport und Entspannung
5. Kosten: werden offensichtlich von allen Kassen nach Einzelprüfung übernommen, wenn die Schulung nach den Kriterien und Anforderungen der AG Asthmaschulung durchgeführt wird; eine grundsätzliche Regelung beziehungsweise Abrechnungsziffer gibt es (noch?) nicht. Die KV befindet sich zurzeit in Verhandlungen mit den Kassen, auch bezüglich einer Erwachsenenschulung.
Noch kurz etwas Grundsätzliches: Das Besondere an unserm Konzept hier in Heide ist:
Unsere Patienten in der Region werden von uns selbst geschult - eben nicht nur in der Praxis im Einzelunterricht wie bisher, sondern mit diesem wesentlich effektiveren Konzept.
Als Mitglieder des Medizinischen Qualitätsnetzes Westküste wollen wir unsere Kooperationsmöglichkeiten mit den niedergelassenen Hausärzten nutzen, auch deren Patienten an dieser fachübergreifenden Schulung teilnehmen zu lassen, wie es bei der nächsten Gruppe schon der Fall ist. Die Patienten sind natürlich weiterhin auf die Asthmatherapie ihrer behandelnden Hausärzte angewiesen es ist nicht im Interesse des Schulungsarztes im Schulungsteam, dies zu übernehmen aber der Schulungserfolg ist auch von der weiteren Kooperation Schulungsteam/Hausarzt und unserer Fortbildung in den entsprechenden Qualitätszirkeln abhängig.
Eine positive Kooperation mit der Kinderabteilung des Westküstenklinikums wird angestrebt: Patienten, die mit Asthmaanfällen stationär behandelt werden müssen, sind prinzipiell Kandidaten für eine Asthmaschulung.
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