Zehn Jahre Medizinisches Qualitätsnetz Westküste

Dithmarscher Ärztenetz mit mehr als 90 Medizinern aus der Region feiert Jubiläum


Meldorf - Seit zehn Jahren tragen die Mitglieder des Medizinischen Qualitätsnetzes Westküste (MQW) dazu bei, die Versorgung der Patienten in Dithmarschen ständig zu verbessern. Der Verein, in dem sich mehr als 90 niedergelassene Ärzte aus über 70 Praxen zusammengeschlossen haben, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Qualitätsstandards anzuheben und die Behandlung zu optimieren. „Durch die engen Kontakte zwischen Fach- und Hausärzten innerhalb des Netzes ist es uns gelungen, die Diagnostik zu verbessern und gleichzeitig Doppeluntersuchungen zu vermeiden“, erläutert Burkhard Sawade, hausärztlicher Vorstandssprecher des MQW aus Meldorf. Sein fachärztlicher Kollege im Vorstand, der Brunsbütteler Internist Dr. Stefan Krüger, verweist auf die verbesserte Kommunikation mit anderen Partnern im Gesundheitswesen: „Wir haben die Kontakte zu Krankenhäusern und Krankenkassen  kontinuierlich ausgebaut. Besonders der ständige Austausch mit Kollegen kommt den Patienten dabei unmittelbar zugute.“

Mit einem Festakt und einer abendlichen Feier in der Meldorfer „Erheiterung“ begeht das Medizinische Qualitätsnetz Westküste am Freitag, 14. November, sein Jubiläum. Dabei werden auch zahlreiche geladene Gäste aus Politik und Institutionen des Gesundheitswesens erwartet.

Seit der Gründungsversammlung am 7. März 1998 hat sich das Medizinische Qualitätsnetz Westküste stets weiterentwickelt - und das vor dem Hintergrund eines Gesundheitswesens in Deutschland, das sich permanent und immer schneller wandelt. Dementsprechend flexibel musste sich das Netz  bis heute zeigen.

Die ersten Schritte in Richtung Gründung eines Ärztenetzes in Dithmarschen zeichneten sich bereits 1997 ab, als der Qualitätszirkel Pulmologie im Brunsbütteler Elbeforum aktiv wurde. Es folgten unter anderem die Qualitätszirkel Diabetes mellitus und Kardiologie. Sie bildeten - sozusagen von der „Manpower“ her - die Basis des neuen Netzes.

Schließlich kam es zur Gründungsversammlung, die von Dr. Hans-Ulrich Meißner geleitet wurde. Auch ein Vorstand wurde schnell gefunden. Als Vorstandsvorsitzende engagierten sich schließlich Dr. Gunter Fangerau (Hausärzte) und der Meldorfer Chirurg Eckhard Budzier (Fachärzte) viele Jahre lang für das Netz. Weitere Vorstandsmitglieder der ersten Stunde: Dr. Johann Kielholz, Beate Lange, Dr. Heinz Petersen und Dr. Ferdinand Rolfs.
Da es noch wenig Erfahrungen mit der Netzarbeit gab - auch in anderen Teilen Deutschlands waren bis dahin nur wenige Ärztenetze gegründet worden - begaben sich die Mitglieder von Vorstand und Leitungsbeirat auf einen ungewissen Weg. Unterstützt wurde das MQW bei einigen Projekten vor allem in den ersten Jahren durch die AOK Schleswig-Holstein.   
Für die Koordinierung der Arbeiten im MQW-Büro konnte Gudrun Budzier gewonnen werden, die diese Funktion bis heute erfolgreich ausübt und fortführt. Die Aufgaben des Büros haben sich indessen bis heute vervielfältigt. 

Im Laufe der Jahre kamen weitere Qualitätszirkel (QZ) hinzu, deren Arbeit direkt den Patienten zugute kommt. Beispiele sind der QZ Asthma/COPD, der QZ Schmerz– und Palliativmedizin und die Fortbildungs-AG. Zunehmend beliebt ist auch der QZ „Fallbesprechung“, in dem MQW-Mitglieder den Kollegen einen speziellen oder interessanten Fall vorstellen, der dann diskutiert werden kann. Ein wichtiges Ereignis ist jeweils auch der regelmäßig stattfindende Fortbildungstag, an dem nicht nur Ärzte, sondern auch Arzthelferinnen aus Dithmarschen teilnehmen.

In jüngster Zeit macht vor allem die elektronische Patientenakte (ePa) von sich reden. Sie befindet sich in der Erprobungsphase  und dürfte den nächsten großen Schritt in die MQW-Zukunft darstellen.   

Weitere Informationen über das im Internet unter www.mqw.de.




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